Glossarbegriff
JPG
JPG, auch JPEG, ist ein verlustbehaftetes Bildformat für Fotos und komplexe Motive. Es erzeugt kleine Dateien, indem es Details verwirft, die das menschliche Auge voraussichtlich weniger wahrnimmt.
So funktioniert die JPG-Komprimierung
JPG nutzt mehrere Schritte, die Grenzen der menschlichen Wahrnehmung aus. Zunächst wird das Bild vom RGB- in den YCbCr-Farbraum umgerechnet. Helligkeit (Luma) und Farbe (Chroma) liegen dadurch getrennt vor. Da das Auge Helligkeitsunterschiede genauer erkennt als Farbunterschiede, lassen sich die Farbkanäle in geringerer Auflösung speichern. Dieses Verfahren heißt Chroma-Subsampling.
Danach wird das Bild in Blöcke von 8 × 8 Pixeln aufgeteilt. Die diskrete Kosinustransformation (DCT) überführt die Pixelwerte in Frequenzanteile. Hohe Frequenzen stehen für feine Details und scharfe Kanten, niedrige für allmähliche Farbwechsel und große Formen.
Je nach Qualitätseinstellung verwirft die Komprimierung hohe Frequenzen. Bei 85 bis 95 Prozent bleibt der Großteil der Details erhalten, die Datei ist aber relativ groß. Bei 30 bis 50 Prozent wird aggressiv reduziert. Dann entstehen Unschärfen an Kanten, Farbstufen in Verläufen und blockartige Muster in ruhigen Flächen.
Darum funktioniert JPG bei Fotos mit weichen Verläufen und komplexen Texturen gut. Bei Screenshots schneidet es schlechter ab: Scharfe, kontrastreiche Schrift- und UI-Kanten sind genau jene Details, die das Verfahren reduziert.
JPG, PNG und WebP
- JPG: nur verlustbehaftet. Kleine Dateien bei Fotos, keine Transparenz, sichtbare Artefakte an Text und scharfen Kanten. In Browsern, Bildbetrachtern und Dokumentformaten universell unterstützt.
- PNG: nur verlustfrei. Bewahrt jeden Pixel exakt und unterstützt Transparenz. Ideal für Screenshots, Schrift und UI-Elemente, bei Fotos aber größer als JPG.
- WebP: unterstützt verlustbehaftete und verlustfreie Varianten sowie Transparenz. Bei vergleichbarer Qualität meist kleiner als JPG und PNG. Moderne Browser unterstützen es breit, native Programme zunehmend ebenfalls.
Für Screenshots ist PNG fast immer die bessere Wahl. Bei Fotos im Web bleibt JPG wegen seiner Kompatibilität ein verlässlicher Standard, auch wenn WebP bei wichtiger Dateigröße oft vorzuziehen ist.
Wann JPG sinnvoll ist
- Fotos: Komplexe Verläufe, natürliche Texturen und kontinuierliche Farbtöne lassen sich mit wenig sichtbarem Verlust stark komprimieren.
- Hero-Bilder und Banner: Bei großen fotografischen Hintergründen beeinflusst die Dateigröße die Ladezeit, während pixelgenaue Wiedergabe weniger wichtig ist.
- Vorschaubilder: In kleinen Darstellungen sind feine Details kaum sichtbar. Mittlere JPG-Qualität erzeugt sehr kleine, schnell ladende Dateien.
- E-Mail-Anhänge: Wenn das System des Empfängers WebP möglicherweise nicht unterstützt und die Datei klein bleiben muss, bietet JPG die breiteste Kompatibilität.
- Uploads in soziale Netzwerke: Plattformen komprimieren Bilder häufig erneut. Ein hochwertiges JPG bietet ihrem Kompressor eine bessere Ausgangsdatei.
JPG eignet sich nicht für Screenshots mit Text, Bilder mit Transparenz, Grafiken mit flachen Farben und scharfen Kanten oder Dateien, die mehrfach bearbeitet und neu gespeichert werden. Jeder Speichervorgang verstärkt den Qualitätsverlust.
Häufige Fehler
- JPG für textreiche Screenshots verwenden. Die Komprimierung verwischt Schriftkanten und erzeugt Ringing an starken Kontrasten. Kleine Texte werden unleserlich. Verwende PNG.
- Ein bereits komprimiertes JPG erneut komprimieren. Jeder Durchgang entfernt weitere Daten. Diese Generationenverluste vermeidest du, indem du immer von der Originaldatei exportierst.
- Die Qualität zu weit senken. Unter 60 bis 70 Prozent werden Blöcke, Farbausbluten und Detailverlust deutlich sichtbar. Die zusätzliche Ersparnis lohnt diesen Verlust selten.
- Transparenz voraussetzen. Beim Speichern als JPG werden transparente Bereiche mit einer Vollfarbe gefüllt. Nutze PNG oder WebP, wenn der Hintergrund durchsichtig bleiben soll.
Häufig gestellte Fragen
Sind JPG und JPEG dasselbe?
Ja. JPG und JPEG bezeichnen dasselbe Format. Die kürzere Endung stammt von älteren Windows-Systemen, die Dateiendungen auf drei Zeichen beschränkten. Beide verwenden dieselbe Komprimierung.
Warum macht JPG Text unscharf?
Die JPG-Komprimierung mittelt Farbwerte in Blöcken von 8 × 8 Pixeln. Scharfe Kanten, etwa zwischen schwarzer Schrift und weißem Hintergrund, werden dabei geglättet. Dadurch entstehen sichtbare Unschärfe und Ringing-Artefakte.
Welche Qualitätseinstellung sollte ich für JPG verwenden?
Bei Fotos und Marketingbildern bieten 80 bis 85 Prozent meist ein gutes Verhältnis von Dateigröße und sichtbarer Qualität. Unter 70 Prozent werden Artefakte erkennbar. Für Screenshots mit Text solltest du JPG ganz vermeiden und PNG verwenden.
Kann ich eine JPG-Komprimierung rückgängig machen?
Nein. JPG ist verlustbehaftet, die verworfenen Daten lassen sich aus der komprimierten Datei nicht wiederherstellen. Bewahre immer die Originalquelle auf, falls du später mit einer anderen Qualität exportieren möchtest.
Unterstützt JPG Transparenz?
Nein. JPG besitzt keinen Alphakanal. Transparente Bereiche werden beim Speichern mit einer Vollfarbe, meist Weiß oder Schwarz, gefüllt. Verwende PNG oder WebP, wenn Transparenz benötigt wird.
Quellen
- JPEG image format — MDN