Glossarbegriff

AVIF

AVIF (AV1 Image File Format) ist ein Bildformat der nächsten Generation. Bei vergleichbarer oder besserer sichtbarer Qualität komprimiert es deutlich stärker als JPG, PNG oder WebP.

Vergleich mit anderen Formaten

AVIF basiert auf dem Videocodec AV1, den die Alliance for Open Media entwickelt hat, ein Zusammenschluss unter anderem von Google, Apple und Mozilla. Dadurch nutzt das Format fortschrittliche Verfahren, die ursprünglich für Videos entstanden sind.

Gegenüber JPG sind AVIF-Dateien bei gleicher wahrgenommener Qualität ungefähr 50 Prozent kleiner. Wo JPG an Text und scharfen Kanten sichtbare Blockartefakte erzeugt, geht AVIF schonender mit diesen Elementen um. Damit kommt es auch für Screenshots und UI-Inhalte infrage.

Gegenüber WebP spart AVIF bei vergleichbarer Qualität weitere 20 bis 30 Prozent. Beide unterstützen verlustbehaftete und verlustfreie Komprimierung, Transparenz und Animation, AVIF ist bei den meisten Inhaltsarten jedoch effizienter.

Auch verlustfreies AVIF ist kleiner als PNG, wobei der Unterschied geringer ausfällt. Besonders stark ist AVIF bei einer verlustbehafteten Kodierung in hoher Qualität: Das Bild wirkt nahezu verlustfrei, braucht aber nur einen Bruchteil des PNG-Speichers.

Der Preis ist die Geschwindigkeit. AVIF wird deutlich langsamer kodiert als JPG, PNG oder WebP. Auch die Dekodierung ist etwas langsamer, fällt auf moderner Hardware meist aber nicht auf.

Browser- und Tool-Unterstützung

Chrome und Firefox unterstützten AVIF früh, Safari folgte mit Version 16.4. Edge, Opera und andere Chromium-Browser stellen das Format nativ dar. Damit ist der Großteil des Webverkehrs abgedeckt, wenn auch noch nicht so vollständig wie bei WebP oder JPG.

Bei Werkzeugen wächst die Unterstützung ebenfalls. GIMP und Photoshop, dort über Erweiterungen, können AVIF verarbeiten. Neuere macOS- und Windows-Versionen bringen zunehmend native Anzeigeunterstützung mit.

Einige moderne Screenshot-Tools bieten AVIF als Exportformat. Wegen der längeren Kodierung eignet es sich eher für Stapelverarbeitung und Optimierung nach der Aufnahme als für sofortiges Aufnehmen und Speichern.

Wann AVIF sinnvoll ist

  • Web-Performance: Die starke Komprimierung reduziert die Bilddaten einer Website. WebP- und JPG-Fallbacks sichern ältere Clients ab.
  • Archive und Speicher: Bei großen Screenshot- und Bildbeständen senken kleinere Dateien die laufenden Speicherkosten.
  • Hochwertiges Teilen: Unterstützt eine Plattform AVIF, bleiben bei derselben Dateigröße mehr Details in Fotos und Screenshots erhalten.
  • Bildreiche Dokumentationen: Wissensdatenbanken mit Hunderten Screenshots profitieren von geringerer Übertragungsmenge.
  • Vorverarbeitete Assets: Wird ein Bild einmal im Stapel verarbeitet und oft ausgeliefert, ist die langsame Kodierung nur ein einmaliger Aufwand.

Unterstützt ein Exportwerkzeug AVIF und weitere Formate, kann direkt für jedes Ziel die passende Variante entstehen.

Häufige Fehler

  • AVIF einsetzen, wenn sofortiges Speichern zählt. Die Kodierung bremst spontane Aufnahmeabläufe. Nutze zunächst WebP oder PNG und konvertiere bei Bedarf später.
  • AVIF ohne Fallback ausliefern. Manche Browser und Plattformen unterstützen es noch nicht. Stelle zusätzlich WebP oder JPG bereit.
  • Screenshots zu stark komprimieren. Aggressive verlustbehaftete Einstellungen verwischen Text und feine UI-Details. Verwende dafür eine hohe Qualität oder den verlustfreien Modus.
  • AVIF bei Stapelverarbeitung gar nicht prüfen. Wer große Bildmengen verarbeitet und speichert, kann sonst erhebliche Speicher- und Bandbreitenvorteile verpassen.

Häufig gestellte Fragen

Wird AVIF von allen Browsern unterstützt?

Chrome, Firefox und Opera unterstützen AVIF. Safari kam mit Version 16.4 hinzu. Ältere Browser-Versionen und einige weniger verbreitete Browser können das Format noch nicht darstellen, die Abdeckung wächst jedoch weiter.

Kann AVIF WebP ersetzen?

In den meisten Fällen ja. Bei vergleichbarer Qualität erzeugt AVIF sowohl verlustbehaftet als auch verlustfrei kleinere Dateien. Für WebP sprechen vor allem die schnellere Kodierung und die etwas breitere Browser-Unterstützung.

Unterstützt AVIF Transparenz?

Ja. AVIF unterstützt einen vollständigen Alphakanal im verlustbehafteten und verlustfreien Modus. Damit eignet es sich für Screenshots, Logos und UI-Elemente mit transparentem Hintergrund.

Ist die AVIF-Kodierung langsam?

Sie ist deutlich langsamer als bei JPG oder WebP. Für Echtzeit- oder spontane Konvertierungen ist AVIF daher weniger geeignet, für vorbereitete Assets ohne Zeitdruck bei der Kodierung dagegen sehr gut.

Sollte ich AVIF für Screenshots verwenden?

Wenn die Dateigröße wichtig und die Kodierungszeit vertretbar ist, eignet sich AVIF sehr gut. Für textreiche Screenshots bewahrt der verlustfreie Modus scharfe Kanten. Bei schnellen Aufnahmeabläufen sind WebP oder PNG wegen der kürzeren Kodierung oft praktischer.

Quellen

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