Glossarbegriff
Bildredaktion
Bei der Bildredaktion werden vertrauliche Angaben wie Namen, E-Mail-Adressen oder Zugangsdaten vor dem Teilen dauerhaft aus einem Bild entfernt oder sicher verdeckt.
Redaktion, Weichzeichnen und Zuschneiden
Diese drei Methoden werden häufig gleichgesetzt, bieten aber unterschiedlich starken Schutz.
Bei einer sicheren Redaktion wird der sensible Inhalt durch eine deckende Fläche ersetzt oder die zugrunde liegenden Pixeldaten werden dauerhaft zerstört. Die ursprünglichen Angaben lassen sich nicht wiederherstellen. Das ist die sicherste Variante.
Weichzeichnen oder Verpixeln verdeckt den Inhalt optisch. Je nach Verfahren können die ursprünglichen Daten aber teilweise rekonstruierbar bleiben. Ein ausreichend starker Gaußscher Weichzeichner ist praktisch nicht umkehrbar; eine leichte Unschärfe oder grobe Pixelung kann dagegen unter Umständen rückgerechnet werden.
Beim Zuschneiden verschwindet ein Bereich aus dem sichtbaren Bild. Manche Dateiformate und Programme speichern die entfernten Daten jedoch weiter in der Datei. Mit den richtigen Werkzeugen könnte ein Empfänger den abgeschnittenen Inhalt wiederherstellen.
Einsatzbereiche
- Fehlerberichte: Entferne personenbezogene Daten, Zugangsdaten oder interne URLs, bevor du Screenshots extern teilst.
- Dokumentation: Mache nutzerspezifische Angaben in Screenshots für Anleitungen oder Tutorials unkenntlich.
- Recht und Compliance: Entferne personenbezogene Daten, bevor Dokumente weitergegeben werden.
- Kundenunterlagen: Verberge interne Notizen, Entwurfs-Wasserzeichen oder vertrauliche Geschäftsdaten in visuellen Materialien.
- Social Media: Schütze persönliche Angaben in öffentlich geteilten Screenshots.
So redigierst du ein Bild sicher
Die sicherste Methode ist eine vollständig deckende Form, etwa ein ausgefülltes Rechteck, über dem sensiblen Bereich. Verbinde anschließend alle Ebenen zu einem flachen Bild, sodass die ursprünglichen Pixel dauerhaft ersetzt sind. Dann können die Daten nicht aus der exportierten Datei zurückgewonnen werden.
Einige Screenshot- und Anmerkungswerkzeuge bieten dafür eigene Redaktionsfunktionen. Sie wenden meist eine deckende Fläche oder eine starke Pixelung an, die beim Speichern die zugrunde liegenden Daten zerstört.
Häufige Fehler bei der Bildredaktion
- Halbtransparente Flächen verwenden. Eine durchscheinende Markierung oder schwache Unschärfe kann Text auf dem Bildschirm verbergen, lässt sich aber durch einfache Bildanpassungen entfernen oder durchschauen.
- Nur zuschneiden. Manche Formate behalten abgeschnittene Daten. Reduziere das Bild nach dem Zuschneiden auf eine Ebene oder exportiere es neu, damit entfernte Bereiche tatsächlich nicht mehr enthalten sind.
- In einem Format mit Ebenen speichern. Bleiben Markierungen als bearbeitbare Ebenen erhalten, zum Beispiel in einer PSD-Datei, kann die Redaktion durch Löschen der Ebene entfernt werden. Exportiere immer als flaches PNG oder JPG.
- Stellen übersehen. Sensible Angaben können in Browser-Tabs, Benachrichtigungsleisten, E-Mail-Kopfzeilen, URL-Leisten und Wasserzeichen auftauchen. Prüfe das gesamte Bild, nicht nur die offensichtlichen Bereiche.
Häufig gestellte Fragen
Ist Weichzeichnen dasselbe wie sichere Bildredaktion?
Nicht genau. Weichzeichnen verdeckt Inhalte optisch, kann aber je nach Stärke mit Bildverarbeitung teilweise rückgängig gemacht werden. Bei einer echten Redaktion werden die zugrunde liegenden Daten dauerhaft entfernt oder ersetzt, sodass sie sich nicht wiederherstellen lassen.
Ist Zuschneiden eine Form der Redaktion?
Nur eingeschränkt. Zuschneiden entfernt Bereiche aus der sichtbaren Darstellung, doch manche Formate und Werkzeuge behalten die abgeschnittenen Daten in der Datei. Zuverlässiger ist eine Redaktion, die den sensiblen Inhalt direkt zerstört oder ersetzt.
Welche Angaben sollte ich in Screenshots unkenntlich machen?
Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Konto-IDs, Zugangsdaten, Finanzdaten und andere personenbezogene oder vertrauliche Informationen, die der Empfänger nicht sehen soll.
Kann ich sensible Bereiche erst nach den Anmerkungen entfernen?
Ja, sicherer ist jedoch zuerst die Redaktion und danach die Anmerkung. Werden Markierungen zuerst mit dem Bild verbunden, können sie vertrauliche Stellen nur teilweise überdecken, ohne die Daten vollständig zu entfernen.